von Halloween bis Laternenlauf

Halloween war tatsächlich schön. Ich hatte ja eine Ramsch- und Billigsüßigkeitenschleuder erwartet… Ganz versteh ich den Sinn von Trick or Treat (Süßes, sonst gibt’s Saures) ja immer noch nicht. Aber ich fand den Abend tatsächlich spannend. Mit Nina (die leider mittlerweile wieder in Deutschland ist und uns wirklich sehr fehlt) sind die drei Mädchen richtig mutig zu den Türen gestapft. Und bei manchen Häusern mit Vorgarten, Veranda… ganz alleine die Stufen hoch, Klingel suchen und warten… Das ist schon anders, als in Wiesbaden mal durch die Blü17 ziehen und alle Nasen zu kennen. Mama ich hab auch „trick or treat- Thank you und happy Halloween gesagt“   Wohl manchmal auch in anderer Reihenfolge. Aber sie haben sich tatsächlich über jeden einzelnen Riegel, Lolli oder Candy gefreut. So stolz kamen sie immer (mit einer!!!) neuen Süßigkeit zurück. Irgendwie schön wenn man plötzlich viele Nachbarn mal zu Gesicht bekommt und sieht, wer in den riesigen Häusern so wohnt. Ich empfand es tatsächlich eher als ein Nachbarschaftsfest. Andere Kindergruppen auf der Straße und manche Häuser waren toll geschmückt bzw. war einfach alles dabei: von toller Kunst, über seltsame Geschmacksverirrungen und übertriebenen Ramsch, bis hin zu sehr schön geschnitzten Kürbissen und Herbstdekoration.
Eine bestimmte Straße in der Gegend war gesperrt und hatte sich in ein buntes Straßenfest verwandelt. Alle Häuser wurden zu einem Thema (diesmal: Zeitreise) dekoriert und wirklich alle waren verkleidet und haben zu einer fröhlichen Band getanzt. Vor den Häusern dort, saßen verkleidete Hausbewohner und haben die Süßigkeiten aus dem Topf verteilt. Aber immer nur einzeln und tatsächlich auch die leckeren Dinge, guter Qualität.
Unser Süßigkeiten Korb ist seither gut gefüllt… und wir picken uns jeden Tag einen Nachtisch raus.

Neu war mir, dass alle Verkleidungen möglich sind. Also nicht nur Hexen und Draculas, Skelette etc.. es war eher ein Karneval und jeder Kölner und Mainzer hätte sich wohl gefühlt. Das hat Fritzi dann auch dazu gebracht, sich noch in letzter Minute von Hexe in „schöne Frau“ verwandeln zu wollen… natürlich gerade da, als sie Nora in ihrem pinken „flamingo-Kleid“ mit schönem Haarschmuck gesehen hat. Also Spinne wieder abgeschminkt und Lippenstift aufgetragen…
Mein Kostüm allerdings wurde nicht erkannt… und dabei fand ich mich als Hexe mit vielen Röcken, Kopftuch und Besen so eindeutig. Aber ich war eben eher eine Kräuterhexe und nicht die hiesige Hexe mit spitzem Hut… So wurden die Kinder für ihre Kostüme bestaunt und ich habe die Fragen aufgeworfen… Also doch immer wieder kleine Unterschiede der Kulturen.

Wir haben die letzten Wochen ja weiter eifrig Geburtstage gefeiert. Salome ist unsere Meisterkuchenbäckerin. mhh delicios! Die Kinder sagen mittlerweile: yummy
Oh Salome, du fehlst uns schon jetzt so sehr- und dabei hast du noch nicht mal europäischen Boden unter den Füßen!

Der Geschenketisch an Noras Geburtstag war sogar hier in der Ferne reichlich gefüllt, obwohl wir Eltern kein eigenes Geschenk hatten… (wohl wissend, um die Kisten, Päckchen und Auftragsbesorgungen die wir getätigt hatten). So entdecken wir noch nach zwei Wochen ungelesene Bücher und freuen uns neu.


Das absolute Rennen hat ein pinkes Spielzelt einer Kindergartenfreundin gemacht. Darin sitzen alle drei Kinder so gern. Allein, zu zweit oder zu dritt. Till spielt verstecken… guckt dann frech grinsend zum Fenster raus. Manchmal fällt er auch mit dem ganzen Zelt um. Nora und Fritzi sind versonnen darin Mütter -mit all unserem Bettzeug und ihren Puppen… gerade spielen sie echt sooo schön. Selbst mal zu dritt mit Till.
Alle der Familie lieben wir auch die neuen Magnetsteine, mit denen man drei- oder zweidimensional tolle Burgen bauen kann… da sie auch von Till geliebt werden und recht instabil sind, herrscht hier dann etwas panische Verteidigungsstimmung… die Burg wird mit einer echten Stühle-Tisch und -Sofa Festung geschützt… der Angreifer gibt sein Bestes und ist entweder erfolgreich oder zornig…egal wie… einer schreit.

An Noras Geburtstag haben wir Schneefrauen-(Mumien) mit Klopapier gewickelt, aus Goldpapier Lichter geprickelt und ein buntes Krepppapier-Mobile im Baum vor unserem Haus gehängt… so haben wir gleich die neue Jahreszeit begrüßt… Richtig kalt ist es geworden. Uhhh wuhhh… welch kalter Nordwind. Nun muss ich wohl schnell meinen lieblings-used-store aufsuchen und Skihose, Schuhe, Mützen shoppen… Und was nicht zu finden ist, wird dann eben am black-friday gekauft (Rabatt!!!)- ja, so macht man das hier!

Her mit den Gefahren!!!
Fritzi, Nina und Nora

Ich war am Tag nach dem Kälteeinbruch Elternhelferin im Kindergarten und es war ein absolutes Chaos, die Kinder für den Garten fertig zu machen. die ersten schmolzen in den warmen Sachen, da haben sich anderen noch um die richtigen Schuhe gestritten oder sich ganz verweigert… uff 15 Dreijährige anziehen ist Koordinationsarbeit. Nora ist ja in ihrer Caterpillargruppe die Älteste und das merkt man dann eben gerade beim Anziehen etc. Genau um ihre Selbständigkeit wird sie auch so bewundert. Zwei Jungs schauen wohl zu ihr auf (so berichten die Väter) und wären gern mit ihr befreundet. Nora bleibt aber (sicher auch wegen der Sprache) etwas in ihrer eigenen Parallelwelt und weist die Verehrer zurück.
Ich finde die Angebote der Erzieherinnen nach wie vor so liebevoll und schön, aber viel zu viel. Die Hälfte würde locker reichen und die Kinder einfach mal bei etwas lassen, bzw. alleine spielen lassen. Der Raum ist das absolute Spielparadies und birgt so wunderbare Dinge… Aber heute die Kiste mit den Tieren, morgen die Spielhandys und Tastaturen, die Kiste Autos…würde so reichen. Es gibt den Garten und einen Snack, davor einen Morgenkreis mit Liedern oder Gespräch, alle Kids einmal Händewaschen, Pipi machen. Daneben die Bastelangebot, das Hämmern mit Nägeln, die Puppenecke, Eine Küche, Bücher die vorgelesen werden… zudem kommt manchmal ein Musiker, es gibt Yoga… gerade stecken alle im Dinosaurierprojekt. Das alles in drei Stunden. … dazwischen werden Fotos gemacht, die wir dann mit dem Wochenbericht bekommen. Krasse Elternarbeit eben. Ob es das aber immer braucht? Kostet ja auch so viel Zeit und Energie.

Auch von Fritzis Schule kam gestern die mail, dass wir doch unsere Kinder zum Kälteeinbruch bitte passend anziehen sollen… und gleich mit dem Angebot zu helfen, falls noch Fragen bestehen. Dabei gab es Kleiderausgaben in den letzten Wochen. Überhaupt kommen sicher zwei mails pro Woche. Updates, Termine, Angebote in Cambridge, Hinweise zu Halloween, Ausflügen…etc. und alles auch nochmal schriftlich in der Elternmappe.
Nächste Woche sind wir zum Klassenfrühstück geladen… damit die Kinder uns zeigen können „wie hart sie gearbeitet haben und was sie gerade so machen“. Elias durfte die Klasse ins Museum begleiten und kam so stolz zurück. Fritzi hat sich getraut, Fragen zu Vögeln und ihren Federn zu beantworten: „with feders not so cold“ hat sie gesagt. Ja, wir sind staunende und stolze Eltern. Vor allem erleichtert, dass es allen drei Kindern so gut geht.
In Schule und Kindergarten haben wir nächste Woche das Semester-Elterngespräch. Ich freu mich drauf… und bin so gespannt. Sie gehen ja beide gern und ich glaube auch wirklich, es geht ihnen gut. Allerdings haben beide eben auch keine richtige Freundin. Gerade Fritzi formuliert das genauso.

die schönste Liebeserklärung meines Lebens!

Sie beginnt zu lesen… wirklich fies und verwirrend, wenn man mit zwei Sprachen konfrontiert ist. Ist das jetzt ein deutsches E oder ein englisches? Aber Kinder sind ja so schlau… Sie schreibt uns kleine Botschaften und Briefe. Da geht einem doch einfach das Herz auf, oder?

Hinter uns liegt die erste Erkältungswelle. Pfui. Macht einfach alles mit hustenden Rotznasen nicht so viel Spaß. Gerade wenn einem selbst der Kopf dröhnt und Elias kämpft dann gleich mit Nebenhöhlen/Stirnhöhlenschmerzen. Till rotzt, Fritzi hustet und Nora hatte zwei Nächte Ohrenschmerzen. Nun besitzen wir eine Rotlichtlampe und schlucken Globuli und selbstgemixten onion-honey-Hustensaft.. und trinken, trinken, trinken.

Wir sind nicht mehr ganz so unternehmungslustig… die Wochenenden und Nachmittage sind entschleunigt. Eben passend zur Jahreszeit. Der goldene Indian Summer ist vorbei und es weht ein kalter Wind. Heute sind Schneeflocken gefallen. So basteln wir Fensterschmuck, Steckenpferde und Laternen, backen, spielen, malen…was uns eben gerade so einfällt. Die Mädchen verkleiden sich gern und wir bekommen die schönsten Tanzvorführungen zu Ballettmusik aus Elias Handy. Fritzi mit geschlossenen Augen, dahingleitend, feenhaft. Sie spürt erst den Rhythmus und lässt sich dann tragen. Woher sie all die Bewegungen und Figuren hat? Am liebsten tanzt sie vor der spiegelnden Fensterscheibe … also auch für sich selbst. Nora beobachtet, imitiert und gibt dem ganzen Feuer…das feenhafte weicht dann etwas der zu schwungvollen Drehung… oder einfach gleich rennen, springen und laufen? Am besten um Till herum. Der dreht sich dann Nora hinterher, auf dem Po schiebend und schneller und schneller um die eigene Achse… auch er schließt die Augen, bis ihm eindeutig schwindelig ist. Nach jedem Lied klatscht er sofort begeistert in die Hände und motiviert auch das Publikum zum Applaus.
Das sind Momente die man gern für immer in sich tragen möchte.

Till steht frei und übt unermüdlich die Schritte. An den Händen geht es problemlos… sogar unter Führung der etwas zu schnellen und rigiden Schwestern. Ganz frei schafft er etwa einen Meter und stürzt sich dann erleichtert in unsere Arme und umschlingt den Hals. Er wird so groß. Ein langer, zarter Bub, mit dem schönsten neckischem Lächeln. Er pustet Kerzen aus, versteckt sich und spielt hinter den Händen oder im Schrank guck-guck-da…Er verliert einfach immer mehr das babyhafte. „Mama“ und „nein-nein nein“ sind deutlich zu verstehen. Wobei letzteres oft eher ein Spiel ist, das Verbotene gerade erst recht zu tun… also mit „nein-nein -nein“ und erhobenem Zeigefinger… dann die Nudel ins Glas oder einfach auf den Boden pfeffern… mit dem Holzauto gegen die Scheibe klopfen oder das Klo untersuchen..

Ich durfte Eva (die Journalistin und neue Freundin) zu einer Veranstaltung im MIT begleiten und eine professinelle Comedian bestaunen. Himmel, war die gut! Was hab ich gelacht… bis zum Seitenstechen. Tig Notaro. Eine Empfehlung… wenn es auch bei euch mal gemütliche, herbstliche Stunden vorm PC gibt.
Hier noch Bilder eines Samstagausfluges mit Eva und ihren drei Kindern und einem Salome-Spaziergang (die zehnjährige Johanna wird so bewundert).

Einen warmen Gruß durch die kalte Luft!
Judith

daily routine meets prominenz

Unser Alltag läuft gerade so vor sich hin und es gibt nicht viel Neues zu berichten. Fritzi beginnt tatsächlich immer mehr englisch zu sprechen und gerade malt sie wunderschön und sehr motiviert. Ein Dankesbild für die freundliche Schülerlotsin. Das war ein Teil der Oktoberhausaufgaben. Wir bekommen für jeden Monat eine Liste an Hausaufgaben-Ideen, die wir freiwillig erledigen können. Für 20min vorlesen/selber lesen darf sie einen Stern ausmalen… das fällt uns ja eh leicht. Weiter haben wir schon Karteikarten gebastelt -auf einer Seite geschrieben, auf der anderen gemalt… (meine cow wurde ausgelacht- not a cat mom!) ich staune wie Fritzi beginnt Buchstaben zusammen zu ziehen und uns kleine Botschaften schreibt. Meist ist etwas Phantasie gefragt… aber laut ausgesprochen, kann man das Wort erraten. Eine andere Aufgabe: Gegenstände suchen, die es fünf mal in der Wohnung gibt und malen und darunter Fünfer schreiben, Blätter pressen, Baum abzeichnen und beschriften etc. aber auch die Aufgabe jemandem eine Freude zu machen… so entstand das Bild für die crossing helper. Aber auch „Mutproben“ sind Hausaufgaben. Setz dich mal beim lunch neben ein Kind, neben dem du noch nie gesessen hast…

Beide Kinder gehen gern in Schule und Kindergarten. Mir fehlt weiter etwas die Zeit zum Innehalten und bin schon ordentlich getacktet. Zwei Vormittage mit Englischkurs gefüllt, freitags kommt Jean- die alte Dame und macht Konversation mit mir… nett, aber eben keine freie Zeit. Till lässt sich nicht wirklich gut abgeben und auch die beiden Mädchen entscheiden sich in letzter Minute meist doch dazu „bei Mama zu bleiben“, obwohl sie manch schöne Angebote hätten. Nora geht ja nur 3h in den Kindergarten, dazwischen schaff ich kaum was. Die Nachmittage im Kindergarten sind aber ausgebucht.
Mich mal treiben lassen, lesen, sporteln, nicht wissen, was der Vormittag bringt… schön wär´s. Aber man munkelt, diese Zeiten kommen wieder. Zudem haben wir gerade reichlich Nora-Kämpfe zu fechten, das macht es anstrengend. Ständig wie eine Schallplatte das Gleiche sagen und trotzdem ignoriert werden… Da wünsch ich mir neue Strategien und mehr Geduld. Mag mich ja selbst nicht so keifend und schimpfend… aber auch ich kann so wütend werden. Uiuiui
Versuche meine Verbote zu überdenken, nicht gar so geräuschempfindlich zu sein… aber ich scheitre: so schleppt und hievt Nora ihren Bruder aufs Sofa… was natürlich untersagt ist. Andererseits werden wir bei der kleinsten Kleinigkeit mit wütenden Tränen und LöwenBrüllen konfrontiert … Manchmal macht es ihr richtig Spaß. Manchmal ist sie selbst so verzweifelt.


Wir machen an den Wochenenden schöne Ausflüge und versuchen einfach mitzunehmen was geht. Der indian summer hier ist in voller Pracht, die Bäume leuchten und es ist einfach wunderbar. Mit unseren Nachbarn und einer anderen Familie waren wir hiken.


Das Wochenende darauf am Meer und einen Tag auf einer Kletterpartie durch eine Schlucht. Till ist ein miserabler Autofahrer, dafür ein geduldiger Rucksack. Von alle dem gibt es schöne Bilder:

Halloween steht vor der Tür und es gibt schier kein Produkt im Supermarkt, welches nicht mit pumpkin spice versehen wurde (also einer Zucker-Zimt-Kardamom…Gewürzmischung, denn wie schmeckt wohl wirklich Kürbis im Kaffee????). Vor den Häusern stehen die leuchtenden Kürbisse und schöne bunte Blumen. Die ersten geschnitzten Kürbisse sind darunter… manche sind echte Kunstwerke. Im Vorgarten gegenüber liegt ein Skelett, auf dem Weg zum Kindergarten laufen wir an einem überdimensioniertem Schädel vorbei, Grabsteine inklusive. Spinnen klettern an den Türen und mancher Busch ist von Staub und Spinnenweben umgarnt. Und natürlich gibt es auch die absoluten skurrilen Übertreibungen: drei Meter lange, aufgeblasene Spinnen, Vorgärten die aussehen, wie in der Geisterbahn…

Wir sind wirklich gespannt auf den 31. Oktober und ziehen natürlich mit einem Kindertrupp durch unsere Straße… Bleibt uns auch nix anderes übrig. Zum Glück haben unsere Vormieter auch Verkleidung und Dekorationsmaterial zurückgelassen. Einen Kürbis haben wir gestern geschnitzt…

Nach einem ausgiebigen (und erfolgreichen) Einkauf in einem „goodwill“ second hand shop tragen wir vier Frauen karierte Hemden. Nora in Blautönen, Fritzi in Orange, Salome in zartem Grau und Judith bunt. In der Umkleide (zu fünft!- vier Frauen und Till) haben wir uns gegenseitig das outfit mit top/ flop bewertet- es sollte alles schnell gehen!
Zwei Tage später- nachdem Salome ihren Pulli gewechselt hat… fühlten sich die beiden personal styling Beraterinnen promt berufen, ihre Bewertung abzugeben. „Der ist schon auch top, aber der andere war besser… also nicht so floppi“. Salome quitscht vor Lachen.
Noras Liebeserklärung an ihren Vater vor dem Einschlafen: „Du bist der schönste Mann auf der Welt“ die kleine Einschränkung kommt hinterher „.. wenn du so schick bist wie heute. Mit weißem Hemd und Klackerschuhen…“.

Ja Klackerschuhe trägt der Elias, wenn er wichtige Meetings hat und die Prominenz trifft. In seinem Fall sind das bekannte Professoren und auch europäische Politiker (u.a. Sigmar Gabriel).
Aber auch andere Bekanntheiten treffen wir hier in unserem amerikanischem Leben. Mein heutiger Blog also auch zur Prominenz!
Wir waren Wandern mit einer bekannten Hollywoodschauspielerin…-zum Glück haben wir das erst im Nachhinein erfahren- ich bin ja nicht so bewandert auf diesem Feld (die Hälfte von euch wird nun vor dem PC nicken. Sie heißt Ashley Judd- hat die me to Kampagne nach Hollywood geholt). Fritzi und Salome durften sogar in ihrem Auto mitfahren… Unsere Kinder sind aber mehr an der Tochter ihres Schweizer Freundes interessiert. Die sechsjährige Nina ist eine Spielplatzbekanntschaft und für uns ein Segen. Sie spielen so wunderbar zu dritt!
Ich war letzte Woche bei einer netten Veranstaltung am MIT. Eine Podiumsdisskussion zu Fehlern. Der Hörsaal rammelvoll. Man musste sich online anmelden, am Einlass wurde dann der QRcode gescannt… MIT eben. Für mich war es schön Uniluft zu schnuppern, Menschen zu beobachten und einfach abends alleine Rad durch die Stadt zu fahren.

have you ever felt your productivity and creativity hindered by constant pressure of an environment where „failure is not an option“? A misstep can happen to everyone…

Etwas seltsam, wenn durchweg sehr erfolgreiche Menschen über ihre Fehler berichten… also frei nach dem american dream: es kann dann doch jeder schaffen… du musst nur dran bleiben. Fehler/ Fehlentscheidungen sind menschlich… und voilà… sieh mich an, ich bin nun auch eine Professorin am MIT, zufällig noch mit Nobelpreis … oder bin ein Weltbekannter Skater (Rodney Mullen). Ich kam zu der Veranstaltung da ich eine Rednerin kannte (seht, seht). Eine deutsche Journalistin, deren Kinder auf Fritzis Schule gehen. Sie schreibt zu Künstlicher Intelligenz und hat ein Stipendium für ein Jahr.

War´s das schon mit der Prominenz? Ha!
Bei uns um die Ecke wohnt Elisabeth Warren. Und als heute Noras Kindergarten seinen ersten Ausflug gemacht hat, haben die Erzieherinnen so zum Spaß gesagt probably we meet the future president of America (welch Gefühl). Das haben wir dann leider nicht. Nur die frei laufenden Truthähne haben wir gesehen. Wir sind ja auch nur einmal um den Block. Diese Truthähne sind wirklich lustig. Manchmal schlendern sie in einer Großgruppe über die Straße und die Autos warten geduldig. Sie stolzieren hier durch die großen Vorgärten. Ob sie nach Thanksgiving noch vollzählig sind? Im Frühling soll man sich ihnen nicht nähern, dann greifen sie wohl auch mal an. So waren die Erzieherinnen heute sehr um die Sicherheit der Zöglinge besorgt und der ganze Kindertrupp musste warten, bis die drei Vögel die Straßenseite gewechselt hatten. Alle Kinder laufen an einem Seil mit Schlaufen für die Hände… wehe ein Kind hält an, hebt ein Blatt auf… es gibt 100%ig ein Auflaufen und Stolpern… Bzw. hatte Candice- sie lief dem Trupp voraus rote Einschnürungen an den Händen, da sich alle Kids ordentlich ins Seil gehängt haben… und 14 Kinder an der Leine ziehen ??? da weiß man, was man geschafft hat – ich war parent helper und durfte das große Ereignis begleiten und fotografieren, Zweige aus dem Weg halten und die Überholer wieder in die Spur bringen… lustiges Konzept der Fortbewegung. Wie das wohl bei 14 Erwachsenen funktionieren würde?

Da wir Ms. Warren nicht auf der Straße getroffen haben, hoffe ich, dass sie irgendwann mal klingelt und uns zur Wahlkampfparty einläd. Allerdings sind wir ja nicht wahlberechtigt und unsere Klingel funktioniert gerade auch nicht. Also eher unwahrscheinlich.
Immerhin waren alle Kollegen von Elias letzte Woche mal hier… Party ohne Wahlkampf.


Ihr seid so weit weg und dann plötzlich immer wieder einzeln so nah. In so verschiedenen Leben, in denen ihr gerade steckt. Menschen willkommen heißend und verabschiedend, Geburtstage feiernd und und und… Hier brennt nun abends eine Kerze und es gehen so viele Gedanken auf die Reise.

Eure Judith

Till turns one

Ja unser Till ist eins! Der Geburtstag selbst eine kleine Zeitreise für mich… so wie bei jedem ersten Geburtstag. Zum Auspacken gabs ein Buch vom Kindergarten-Flohmarkt und ein Paket von der Oma- welch timing! Und natürlich Geburtstagskuchen vom Papa und die Schwestern hatten ordentlich die Wohnung geschmückt.

Auf der Geburtstagskrone steht
Till tuju (to you)


Till hat das schönste Schulterzucken der Welt. Beide Händchen nach oben. Was weiß ich´s? Mit seinen 7 Zähnen einfach zum Anbeißen.
Der lang ausgestreckte Zeigefinger an seiner Hand kann spitz auf alles zeigen, uns dirigieren oder nein-nein-nein vor seinem Gesicht fliegen. Fingerspiele beginnen nun Spaß zu machen.
Er liebt es, Wasser aus dem Glas zu trinken, lässt es leider so manches Mal einfach wieder aus dem offenen Mund laufen… weh all den vielen, nassen Bodys und dem lästigen Umziehen! Till beginnt genussvoll mit uns am Tisch zu essen, doch sobald er satt ist oder er etwas nicht mag, bekommt man es in hohem Bogen um die Ohren gepfeffert. Dies führt zu Kicher- und Anfeuerrufen, bis Weilen auch zu Nachahmungsverhalten- besonders bei Norali. So krabble ich nach dem gemeinsamen Essen unterm TripTrap und sammle das Angebotene wieder auf, finde das Essen von Vorgestern.
Till ist weiterhin ein so friedliches Gemüt. Er ist immer dabei, oft auf meinem Rücken… ansonsten zwischen allen Beinen, zupft mich am Hosenbein, beide Ärmchen in die Luft…Was nun?
Er wird immer schneller und manchmal fliegt er schier wie ein Hochspringer über seinen Arm, wenn er sich auf seinem Po durch die Wohnung hechtet. Immer öfter wird er eine richtige Schwesternplage… „ohhh Tilli! Mama nimm den Till weg!“ ertönt es…und dann schleppt ihn eine der beiden kurzerhand mir vor die Füße. Unter den Achseln gepackt, stapft er mit seinen wackligen Beinen fast zufrieden dahin.

In der Küche hat er einen Lieblingsschrank, den er konsequent ausräumt: Bügeleisen, Mixer und großen Tupperdosen…

Technikfaszination? Auch die ersten Wutanfälle gibt es bei technischen Geräten… wer von uns darf mein Handy halten? Da lacht er all seinen Geburtstagsfilmen entgegen (danke!!), klatscht, quietscht und hüpft vor Freude, nimmt das Telefon in den Mund, wischt und drückt und ärgert sich dann, wenn der Film anhält. Aber wehe dem, der ihm anschließend das ganze Telefon zu entwinden versucht.
Till ist unser erstes Kind, welches sich vor Wut nach hinten fallen lässt, da es die Zahnbürste wieder abgeben muss… aber eben auch das erste Kind, welches sich mit gerade einem Jahr einen eigenen Aufsatz für die elektrische Zahnbürste erarbeitet hat und damit begeistert seinen oralen Genüssen nachgeht.

Orale Genüsse und Technik. Da muss ich euch unser erstes selbstgebackenes Brot präsentieren. Und das kam so: Mit neuem Kochbuch, Schmortopf, gigantischer Tupperdose, Waage, Thermometer, Brotkörbchen (den braucht man zum gehen lassen) und Roggenmehl aus unserer Gemüsekiste (für nur mal eben 8$!) hat Elias sein Brot-Projekt gestartet. Nach fast zwei Monaten Toastbrot, vielen Enttäuschungen und all den benötigten Internetbestellungen konnte es losgehen.
Und wenn der Kerl was macht, dann eben richtig. Nicht einfach Sauerteigstarter bestellen oder bei einer der anderen deutschen Familien den Sauerteig erfragen??? (das tun Jungs nicht so gern…) …nein… wir haben unseren Sauerteig selbst gezogen… vier Tage jeden Abend liebevoll gefüttert… mit Roggenmehl und Wasser bei exakter Temperatur… der Herd durchgehend blockiert… denn Fachmenschen unter uns wissen: nur hier erreicht man die gleichbleibende Wunschtemperatur. Geschützter Raum eben! In unserem Fall mit Lampe an… (die wärmt) und Handschuh in der Tür (für etwas Kühlung). Und voilà … sieht es nicht lecker aus? Und es schmeckt…mhhhh! Bravo Meisterkoch!
Und gleich danach auch noch Pide für unser Straßenfest und Pizza für den Kindergarten gebacken!

Hinter uns liegt ein schönes Wochenende auf Cape Cod. Richtig neu und ungewohnt scheint dem europäischem Auge die Landschaft zunächst nicht. Das was aber besonders ist, alles so nah vereint zu finden. Der erste Strand erinnert an die Dünen der Ostsee, vielleicht etwas größer und die Dünen begehbar. Laden sie gleich zu Weitsprung und Wettrennen ein. Etwas weiter südlich denke ich plötzlich an den wilden Atlantik in Frankreich. Robben schwimmen in den Wellen und die Kinder bauen ein Krebsmuseum, der Wind lässt meine Ohren rauschen. Die westliche Innenseite der Halbinsel erinnert mich dann an das Nordseewatt. Wir stapfen durch Schlamm … bis wir plötzlich auf einer Insel stehen… die Flut kommt zurück. Durch den italienischen Toskana Pinienwald dann wieder auf der anderen Seite von Cape Cod wilde Felder, dazwischen Felsen, bunter Märchenwald und ein schöner Naturstrand… so sah es doch in Schweden aus? Und überall sind wir fast allein (klar, Nachsaison, aber trotzdem!). Dieses Land hat ein Reichtum an Schönheit und Weite. Der blaue, klare Himmel dazu. Es ist wunderbar und ich denke plötzlich an das kleine enge Wiesbaden, das dichtbesiedelte Rhein-Main Gebiet… überhaupt an das volle Europa. Komisch, wie sich der Blick auf die Heimat in der Fremde verwandelt. Was hab ich fast körperlich diese Weite und den klaren Himmel vermisst. Hier ist einfach alles so leer, so großzügig, so groß. Auch die Gedanken.

Die Kinder waren etwas weniger vom Naturschauspiel ergriffen, sondern fanden den Pool an unserem Motel das Größte! Und dass wir anschließend auf unserem Fußboden Burger und Pommes gegessen haben! Eben ein anderes Verständnis vom freien Amerika!

Es geht uns wirklich gut. Auch wenn wir nicht gerade Urlaub machen. Auch der Alltag ist schön. Die Kinder gehen gerne in Schule und den Kindergarten und wir sind mal wieder mitten im Leben angekommen und dabei solziale Banden am knüpfen.
Wir grüßen euch alle in der Heimat.
Bleibt gesund oder werdet es!
Judith

Der Herbst wird golden!

Und wir können ihn jetzt genießen. Die bunten Wälder verzaubern und schöne Wochenendausflüge liegen hinter uns. Aber auch im Alltag läuft alles rund. Fritzi läuft nun plappernd und bereitwillig in die Schule. Umwege findet sie immer noch gut, aber das ist eben ihre exklusive Papa-Zeit. Aber sie geht nun richtig gern und mittlerweile fließen- oft ohne es selbst zu merken- englische Worte ein. Beneidenswert!
So richtig die eine Freundin hat sie dort nicht, aber wie soll das auch ohne gemeinsame Sprache gehen? Mit sechs ist eben Sprache wichtiger, als bei den Jüngeren im Kindergarten, die manchmal eher nebeneinander spielen. Fritzi beobachtet einfach und macht mit, bewundert die beiden Jungs an ihrem Tisch. Und als Elias ihr nach dem Elternabend berichtet hat, dass Kai (aus Japan) wohl zu Hause viel von ihr spricht, war ein stolzes Lächeln angeknipst.

Die Morgenbilder zum Ausmalen zeichnen wir nun abwechselnd: Salome- Elias und ich… Fritzi macht Häkchen auf ihrer selbst geschriebenen Wochenliste und es geht weniger um die morgendliche Ablenkung, als um die Organisation und Koordination von uns!

Ja, Salome ist da und das ist sehr schön. Ich lerne, dass man Essen fotografieren kann und dass das Leben „nice“ ist. Die Mädchen bewundern die Schminktricks und dürfen staunend und bewundernd neben dem Spiegel stehen. Überhaupt bin ich ganz schön abgeschrieben und darf nur noch mit Glück mal Zöpfe flechten oder ihnen helfen…


Schön, dass Salome mit so staunenden Augen und voller Begeisterung neben mir durch die Straßen zieht und sich an allem erfreut, was sie aus Filmen kennt und nun im echten Amerika wiederentdeckt. Ich merke schon jetzt, an was ich mich schon alles gewöhnt habe und was Alltag und Normalität geworden ist. Zum shopping ist sie lieber ohne mich aufgebrochen 😉

Die drei Mädels wollten backen, nachdem wir hier ein einem der unzähligen Schränke Ausstecherle gefunden hatten? Hätt ich meine vier gar nicht aus Deutschland mitnehmen müssen… Auf der anderen Seite… seht selbst. Ein kleines Sinnbild der Kulturen ?

Unser Leben ist hier übrigens voller lustiger Abkürzungen… die auch ständig geschrieben oder als Gruppenzugehörigkeit im Gespräch oder in Emails auftauchen. Nora besucht die CNS, Fritzi dagegen die GPS. Es gibt in der GPS die besonderen SEI -Klassen… Meinen Englischkurs SEL machen ich an der CCAE und Elias geht täglich ins CES…??? Alles klar? Ihr könnt ja mal raten!

Freitag waren wir in Boston auf dem großen clima strike… keine zwei Wochen in der Schule und schon streiken. Etwa 7000 Menschen mit uns. Immerhin. Und es war ein beeindruckend buntes Bild. So viel Chöre und Schilder. Und das über Stunden.
Fritzi musste nun zweimal schon weinen, da sie sich Sorgen um die „brennende Welt macht und ob noch die Feuerwehr kommen kann“ …und das hat sie nur von einem Schild, so hab ich ihr das sicher nicht erklärt! Ob wir bald alle sterben… Auch hier wieder eine Gradwanderung zwischen Aufklären, Erklären, Bedrohung benennen und doch nicht sie bedrohen. Eher Mut zum Verändern, zum Handeln, zum Gemeinsam JETZT Handeln machen!
Gestern ist sie über die Felder und durch den Wald gesprungen und hat immer gerufen „ich genieße die Natur“…Kleine Ronja.
Ja, ein Thema, das uns einfach alle umtreibt. Und immer noch so wenig Taten hervorbringt.

Wir wohnen hier in der BVP (wieder eine Abkürzung!) und mit den 11BVP-guys haben wir uns gestern zum Abendessen getroffen. Ein Kennlern-Willkommen-Haus-Essen bei uns in der Wohnung. Das wollen wir hier vielleicht etwas etablieren. Wie immer hab ich zu viel gegessen und war zerrissen zwischen den Bedürfnissen der Kinder und dem Wunsch: Kennen zu lernen und in Kontakt mit unseren Mitbewohnern zu kommen. Anders als beim blü17 (ha!) Freitagessen, wurde alles Mitgebrachte irgendwo gekauft , bestellt und in großen Plastikschalen auf unseren Tisch gestellt. Aber lecker war´s! Und nett sind unsere Nachbarn!
Über uns wohnt ein sehr ruhiges und zurückhaltendes Paar. Da wir zum Waschen immer in ihre Wohnung müssen und auch gemeinsam für Strom und Gas abgelesen werden, haben wir etwas mehr Kontakt. Irene ist Bibliothekarin an der Uni und Yajun ist an der Uni Teacher für Geschichte… sie ist Chinesin und seit fünf Jahren in den Staaten. Sie sind kurz vor uns eingezogen. Beide eher schüchtern und nicht in der überschwänglichen Art, die hier sonst den Landsleuten zugeschrieben wird. Unser gemeinsamer Vermieter ist John. Ob er mal beide Wohnungen als eine genutzt hat?? John ist nun aber in Austin (Texas) und nicht so recht greifbar.
Unter uns wohnt Tom, der klassisch amerikanische, fröhliche und laute PoWi-Professor. Offen, herzlich und unkompliziert. Endlich ein erfülltes Klischee. Er hat das Haus gemeinsam mit John gekauft. Seine Frau Ying ist auch Chinesin- allerdings gut ans amerikanische Wesen angepasst… hier kommen die fröhlich lauten „he is so cute“ Rufe zu uns, wenn Till sich aus der Manduca zu einem Lächeln oder Winken hinreißen lässt. Sie haben die vierjährige Aria, die hier schon manchmal zum Spielen war.

Aria war es auch, die uns schon verraten hat, dass wir wohl die noisy neighbors sind. Zu Nora: „my daddy said that you can shout outside, but inside you have to be quiet“ …oho. … und das, wo ich mir so Mühe gebe, bei Streit Fenster schließe, kein Lego direkt auf dem Holzboden erlaube etc… aber dieses Haus ist einfach meeegaaa hellhörig! Wir hören die beiden über uns laufen… und vermutlich schleichen sie. Und von unten hören wir das Radio und können einzelne Worte verstehen. Tja, das ist der erste Nebeneffekt der schönen Holzbauten… gedämmt in keine Richtung. Wie das im wohl Winter wird?!

Nächsten Sonntag soll es hier ein Straßenfest geben… jeder bringt was mit… die ganze neighborhood ist eingeladen und unsere Straße sperren sie einfach eigenständig! Ich freu mich drauf. Davor noch der Flohmarkt vom Kindergarten. Mit Diensten und Essensbeitrag… jetzt schon Plakate verteilern etc… ja, sie machen uns das Ankommen einfach!
Appropo Straße, da fällt mir eine kleine Abschlussgeschichte ein:
Lustig, wenn man in Wiesbaden quasi Nachbarin der Kehrmaschinen ist… jeden Morgen aus dem Nachbarblock die kleinen, lauten Maschinen wie Bienen ausgeschwärmen, uns wecken und auf dem Weg in den Kindergarten täglich begegneten… anders hier: Hier wird monatlich jede Straßenseite einmal gefegt… aber das mit einem großen Aufwand… mit Lautsprecherwagen vorab angekündigt (das erste mal dachten wir, wir werden evakuiert !!!???)… Abschleppdienst gibt’s inklusive. Erst dann nähert sich der Riesentruck der leergeräumten Straße.

Die Häuser werden hier nicht eingerüstet. Ob das an den Gärten liegt? Statt dessen stehen die Schleifer und Streicher in schwindelerregender Höhe auf Leitern… manchmal fünf nebeneinander… mit den Schleifmaschinen in der Hand. Ob das nach Arbeitsschutzgesetzt erlaubt ist? Ob es ein solches hier gibt?
Wir freuen uns aber darüber, dass gerade auch das Nachbarhaus dran ist… noch besser, dass unser Sofa so praktisch am Fenster steht! Der Fanclub!

Es wird herbstlich…

Wetter wechselhaft
Stimmung wechselhaft

Ob das zusammenhängt?
Unser Wochenstart war hart. Die Morgen voller Tränen und Wut über die blöden Eltern, die einen einfach irgendwo hinbringen, wo man gar nicht hin will. Mit Fritzi wirklich bis zum körperlichen Kampf. Anziehen- ausziehen, sich verstecken, festkrallen, einfach fallen lassen… heulen und schreien… je wütender sie wurde, desto trotziger und klarer wurde Elias. Aber wirklich für alle hart. Ich hatte dann den drop-off mit Nora zu meistern. Montags doch eine jämmerlich weinende und schluchzende Nora abgegeben. Alle 10 Minuten dann von der Leitung per Telefon informiert… ein Ringen um die Entscheidung sie abzuholen oder es schaffen zu lassen… dann die Nachricht: she is fine!
Und mittags beide so, so stolz.
Seither geht es jeden Tag besser. Fritzi ärgert sich noch darüber, dass Nora früher abgeholt wird als sie und hat morgens noch Krankheitssymtome. Ich erzähl ihr von all den Schulangstgeplagten in unserer Familie und meinen eigenen Erfahrungen… Manchmal hilft das …manchmal lässt es aber auch Symptome wachsen… also eine Gradwanderung. Sie sind so schlau und ich kann auf Aussagen wie: „Mama, mir geht es wirklich schlecht. Wenn man krank ist, muss man nicht gehen- ich weiß das. Das sind keine Angstbauchweh… und das ist ja wohl mein Körper und nur ich kann das spüren“ … nichts Schlaues erwidern.
Mutmachen und wenigstes „bis zu Pause mal versuchen“  „ich hol dich jederzeit ab“…
Himmel, wie hilflos und übergriffig ich mich gleichermaßen fühle.

Die Nachmittage haben wir aber stolze Kinder, fröhlich und voll Freude von der Schule und vom Kindergarten berichtend…. Nora: „weißt du Mama, die Ältere- wie heißt die nochmal…“ „Nancy“ „..also die Nancy, die kann voll gut trösten. Ich steck meine Nase dann ganz tief an ihren Hals und sie schaukelt mich dann hin und her“ etwas später „… und weißt du was? Die Ältere- wie heißt die nochmal..“ „ Nancy“ „…also die Nancy hilft mir immer. In Wiesbaden sagen alle immer nur gleich und warte mal… das find ich voll blöd.“ Gestern war ein Musiker mit Gitarre (Nora sagt Zigarre) da und sie haben alle getanzt… heute ist Yoga.
Also wirklich tolle Angebote. Eben eine teure Elterninitiative. Täglich bekommen wir gerade mind. zwei E-mails…aus den Einrichtungen. Der Herbstflohmarkt steht an (zur Unterstützung der Kita- also alles Spenden), Spiel- und Kennlernnachmittage organisiert, Evakuierungs-Notfall-Haushalte gefunden etc.

Von Fritzis Lehrerin haben wir dienstags ne Mail bekommen. Mit vielen Gedanken zu ihr und der Frage, wie wir ihr gemeinsam die Übergaben erleichtern können und auch nochmal der Bestätigung, dass der Rest vom Tag ein fröhliches und kicherndes… etwas braves Fritzimädchen in der Klasse sitzt, We are so happy to have her as a part of our class!.
Manchmal hatte eine der Lehrerinnen morgens mit ihr einen kleinen Schulhaus-spaziergang gemacht… Was könnte sonst helfen? Seither male ich abends kleine Auftragsbilder für Fritzi, die sie dann in der Ankommzeit ausmalt… daraus machen wir dann ein Buch! Ich hatte eher an Schmetterling, Blumen oder Mandalas gedacht… werde aber zu Brautpaar unter einem Blumenbogen  etc verpflichtet! Was man nicht alles tut! Heute ist Fräulein Fri ganz munter mit Elias losmarschiert… sie machen nun immer einen kleinen Umweg und haben mehr Zeit zum Quatschen.
Wir entwickeln also Strategien.

Mich beeindruckt wirklich das Schulsystem und auch die engagierte KiTa. Das sind wir in dem Maße nicht gewohnt… auch wenn wir viel Glück mit all unseren Erzieherinnen in Dtl. hatten. Vielleicht ist es auch die amerikanische Art? Aber es wirkt. Zumindest bei mir. Beim Elternabend in Noras Kindergarten berichten Nancy und Candice einfach so fröhlich von sich selbst und überbieten sich darin, zu erklären wie gern sie mit den Kindern und gegenseitig miteinander arbeiten. Dass der Kindergarten auch für sie ein ganz besonderer Ort sei… und in jedem Elternkontakt, erklären uns alle gleichermaßen, wie toll die Mädchen das gemacht haben, wie fröhlich sie waren „she had a really great morning“. Einfach sehr bezogen. Und da geht es mir nicht um die Anrufe, die ich bekomme (und eigentlich nicht brauche), dass Nora nun fröhlich mit breitem Lächeln Weitsprung übt und sich die schlechte Morgenstimmung verflüchtigt hat. Fritzis Schule schreibt Briefe und instruiert uns Eltern als Coach. Wie können wir alle gemeinsam unsere Kinder bestmöglich begleiten… Wer hat hier welche Rollen? Was übernimmt die Schule?
Heute Nachmittag mit zwei Mitschülerinnen eine erstes Playdate auf dem Spielplatz.
Unser soziales Leben beginnt! Die Woche waren wir jeden Tag verabredet… wobei Fee und Hedda (Matthias musste für drei Wochen zurück nach Dtl.) unsere Lieblingszeitvertreiber sind… Da können wir auch etwas unterstützen.

Till ist am Zahnen und recht verschmust. So hab ich ihn eigentlich ständig an mir… wenn er nicht gerade Noras Legohaus zerstört…uh lala.. da beginnen die ersten Wutanfälle- auf beiden Seiten . Und echte geschwisterliche Konkurrenzen. Ansonsten wird er (trotz wiederholter Verbote…aber mir hört ja keiner zu!) von beiden Schwestern halb stehend, laufend…durch die Wohnung getragen..  Alle haben daran Spaß. Außer mir. So guck ich einfach weg.

Heute scheint die Sonne und ich bin auch ich wieder besser drauf. Gestern hatte ich n Tief. Lagerkoller… Nur Wohnung… Kindergarten… Schule… alle Zeiten dazwischen immer so kurz, dass wenig anzufangen ist. Dann den schweren, jammerigen Till unterbrochen am Bein… Dazu Regen! Der Wunsch endlich mal englisch zu machen und die Frustration nicht dazu zu kommen. Kleine Freuden:  ich hab den Fenstermechanismus geknackt und kann Fensterputzen (Ist das nun mein Höhepunkt des Morgens?).
Elias hatte die Woche viel Nachmittags- und Abendtermine, Führungen, Verabschiedung von Professoren … schwärmt von der akademischen Luft und den guten intellektuellen Inputs auch aus anderen Disziplinen… in der Pause gehen alle Wissenschaftler gemeinsam zum hippen foodtruck…  ahhh Neid!
Das ändert sich hoffentlich (also der Neid) und ab nächster Woche beginnt mein „Ausbruch“- Zwei Abende ein Englisch-Kurs… Und außerdem kommt Montag Salome- Elias 18jährige Nichte, die im Sommer ihr Abi gemacht hat und bei uns für zwei Monate wohnen wird. Salome wird etwas reisen und von hier aus die Freiheit schnuppern… und kann auch mal eines der Mädchen abholen und mit mir in nem Coffeeshop abhängen.

Gestern eine Welcome- Veranstaltung von Elias Department, zu der wir auch durften. Die Kinder enttäuscht, dass es auf der Party keine Musik gab und nur komisches Essen.. (schickes Buffet und kleine Happen)… also schnell zu Hause noch Kartoffelbrei und Spiegeleier gemacht! Immerhin kennen wir nun das Arbeitszimmer unterm Dach! Und ich habe nun die Visitenkarte einer Grand-Dame… einer Alumni, die sich wohl berufen fühlt die „Anhänge“ der Wissenschaftler zu betreuen und mit mir englisch lernen möchte und gleichzeitig ihr exzellentes Deutsch erproben will. Gelernt hat sie es ´63 in Frankfurt und Allensbach und dann ´82 in Ostberlin…jedesmal als Soziologin zur Forschung dort, also eine echte Zeitzeugin und feine Dame.

Mit Nora hatte ich heut Morgen eine schöne Unterhaltung auf der Toilette. Ich lass euch teilhaben:
N: gut, dass ich noch hier Kacka mache, im Kindergarten stinkt es sonst alles voll.
J: Das stimmt. Aber es ist auch ganz normal. Alle müssen schließlich Kacka machen. Alle Menschen und Tiere. Sogar Prinzessinnen.
N: Auch der Liebe Gott?
J: ???
J: Ich weiß nicht, ob der auch Kacka machen muss. Ich weiß ja noch nicht mal, ob es den gibt? Manche wünschen sich das sehr. Dass jemand auf uns alle aufpasst.
N: Ich wünsch mir das auch. Aber die Feuerwehr passt auch auf alle auf.
Wo wohnt der Liebe Gott?
J: Das weiß keiner… wenn es ihn denn überhaupt gibt …(neuer Versuch)
N: Doch den gibt es. Ich glaub, der wohnt bei der Dinogruppe um die Ecke.
J: Spannend. Hast du ihn denn mal gesehen?
N: Der ist doch schon gestorben. Da in der Kirche.

Sitzung beendet. Wir gehen in den Kindergarten.

Der Alltag beginnt…

…und das ist gut so. Nach zweieinhalb Wochen zu fünft und mit der ganzen Ungewissheit vor uns, ist es nun gut, sich endlich den Herausforderungen zu stellen. Als erstes hat Fritzi letzte Woche begonnen.
Und sie macht das richtig gut. Tapfer und stolz zieht sie mit ihrem überdimensioniertem, pinken (Billig-)Rucksack los… auf dem Fahrrad, in Begleitung von Elias.

Auf den letzten Metern hat sie bisher dann leider jeden Tag der Mut verlassen. Die Abschiede sind noch tränenreich. Zum Glück ist der Rucksack mit „Noras Tränentuch“ und einem kleinen Pandabären ausgestattet. „Heute hab ich beides ganz naß geschluchzt“- erzählt sie fast stolz. Oh weh, da zieht sich einer Mama der Bauch zusammen.
Selbst Elias musste (nach!) den Abschieden weinen. Die Kinder sammeln sich in der Cafeteria und dürfen dann ab dem ersten Gong ins Klassenzimmer. Die Schule war bisher auch für mich noch kein Herzöffner. Ich bin erstaunt über das Chaos, die kaputten Wände und Decken, die vollgestopften Klassenzimmer- auch hier viel Plastik… es kommt mir etwas versifft vor. Gleichzeitig hat die Schule einen tollen Ruf, die Lehrer sind alle sehr freundlich. Jeden Morgen steht der Direktor vor der Tür und begrüßt persönlich die Kinder. Auch Fritzis Lehrerinnen sind sehr nett. Im Elternbrief mit Foto hat sich die Hauptlehrerin bei uns vorgestellt: gerade von der Uni… mit ihren blonden Haaren und im schönsten Sommerkleid hat sie sich zumindest Fritzi gleich als Anbeterin gesichert…Und so muss es ja sein! Wer liebte nicht seine Grundschullehrerin? Wir nenne sie Miss Kellie.

Nach der Schule ist Fritzi ausgelassen, stolz und erleichtert und natürlich erschöpft. Fröhlich und (willens-)stark ist sie ebenfalls und so zweifle ich nicht wirklich daran, dass sie die nächsten Wochen schafft. Sie geht hoffentlich gestärkt und nicht gebrochen aus der Erfahrung.

Die Tage sind ja auch einfach lang. Immer wieder zwischendurch am Nachmittag berichtet sie Details und kichert, wenn wir dann sagen „Hä, Fritzi, wie konntest du das denn verstehen? Das haben die doch alles auf Englisch erklärt“. Dann wächst die stolz um drei cm! „Ich hab das dann einfach gemacht, wie die anderen“.

Und doch ist es erstaunlich, wie das Lernen funktioniert. Alle elf Kinder bei Friederike sind ja in dieser Klasse gelandet ohne jegliche gemeinsame Sprache – keines kann englisch. Und das ist zunächst auch alles, was uns verbindet. Ein europäischer Junge aus Polen. Ansonsten sind uns auch die Kulturen erstmal fremder… Viele arabische, russische, asiatische und zwei afrikanische Jungs. Überhaupt acht Jungs von den Elfen… Beim Abholen kam ich bisher nur schwer mit Eltern in Blickkontakt, geschweige denn in einen netten Austausch. Eine große Unsicherheit ist spürbar.
Da ist uns die homogene Elternschaft in der Elterninitiative für Nora sicher zunächst näher und der erste Kontakt leichter. Vorgestern bei der Willkommensfeier, schnell nette Gespräche und ein Austausch über die Kinder und Berufe etc. möglich. In den Kindergarten kommt man eben nur durch viel Engagement rein… Letztlich hat beides seine Vorteile… ich freu mich auch auf die kulturelle Vielfalt bei Fritzi und gebe dem ganzen Zeit… aber der Ort erscheint mir eben selbst noch fremd.
Spannend ist, dass beide Kinder nach unterschiedlichen Modellen englisch lernen werden. Fritzi eben ausschließlich von ihren Lehrerinnen und weniger von den Mitschülern. Ob sie nach einer gewissen Zeit mit den anderen Erstklässlern beim Sport oder so zusammenkommen? We will see.
Nora dagegen wird ja nur von englisch sprechenden Kindern umgeben sein und wohl von und mit diesen lernen.

Nora hatte gestern ihren ersten Tag. Auch sie hätte ihr „Tränentuch“ gebraucht- aber es steckte ja in Fritzis Rucksack. Dafür war ich noch dabei und sie ist mir nicht von der Seite gewichen. Einen Trennungsversuch hat sie mit jämmerlichem Schluchzen beendet. Ab Montag dann muss sie auch alleine hin. Mein Kopf weiß, es ist eine ganz tolle Einrichtung. Ihre Erzieherinnen sind wirklich super nett, hinreißend motiviert, spürend und verständnisvoll, professionell. Und dennoch ist es ja meine Ur-Aufgabe als Mutter mein Kind zu beschützen… und wenn sie dann so weint, ist das einfach furchtbar.
Aber im Bericht an Elias hat sie gesagt, dass sie es cool fand und was es dort alles für Spielsachen gibt. In der Nachbargruppe gibt es einen Jungen, der deutsch kann… mit dem hat sie sich dann im Garten etwas angefreundet.

Auch Elias hatte seine Einführungsveranstaltung und hat eine Zuckertüte zum Arbeitsbeginn bekommen… Zum Glück teilt er seine Süßigkeiten mit mir.
Nora und Fritzi haben sich heute- ganz harmonisch und geheimnisvoll- in ihr Zimmer verzogen und eine Höhle gebaut… schön, wenn die Kinder so schön gemeinsam spielen 😉 sich so gut verstehen…die Schokoflecken und verklebten Hände verraten dann, dass sie sich auch mit ihren Schultüten beschäftigt haben. Auch gut. War ja aus dem neu entdecktem Reformhaus (für 45$)!

Unsere Abende bestehen weiterhin darin Formulare auszufüllen… und unsere Kinder zu beschreiben, Erwartungen und Vorwissen einzuschätzen, Termine mit Kinderärzten zu ergattern etc. Auch sonst sind wir noch mit einiger Organisation beschäftigt. Eine exorbitant hohe Stromrechnung lässt uns gerade etwas aufschrecken. Ohne die Benutzung der Klimaanlage und trotz unserer Abwesenheit (wir waren im Ablesezeitraum erst eine Woche da… zuvor stand die Wohnung leer), kommt die Augustrechnung auf über 300$… wir werden gemeinsam mit der Wohnung im dritten Stock abgelesen und teilen pauschal… Das Paar über uns auch noch nicht so lange im Haus und eher zurückhaltend, von der Höhe ebenso überrascht wie wir. Woran das nur liegt? An den Bauarbeiten im Haus? (die sollen eigentlich auf die Wohnung im EG gehen). Gerade steigen die Zahlen am Zähler kontinuierlich weiter… wir versuchen mit Vormietern die Höhe einzuschätzen und Ursachen zu finden… um dann ggf. mögliche Quellen zu vermeiden. Also wieder viel E-mails, trickreiches Ablesen (Wieviel steigt der Zähler in der Nacht? Am Wochennde?). Ich mutiere gerade dazu alle Lichter auszuknipsen, Stecker zu ziehen und drohend Eiskugeln abzuziehen, wenn zu lange geduscht wird…

Und dennoch verbrauchen wir hier gerade so viel Strom wie in Wiesbaden in einem halben Jahr… Und das kann nicht nur am doppelflügeligen Kühlschrank mit eingebauter Eiswürfelproduktion liegen! Den haben wir wirklich! Dagegen ist der Staubsauger ein Produkt aus dem letzten Jahrhundert…er war mir ein Foto wert. Ansonsten benutz ich ihn eher wenig.

Statt dessen kehre und wische ich ständig, da wir leider als weitere Quelle für´s Gedankenkreisen festgestellt haben, dass bleihaltige Farben verwendet wurden. Das war hier früher üblich und ist nur dann gesundheitsschädlich, wenn die Farben abblättern oder abgeschliffen werden. Dann allerdings ist Blei hoch toxisch und darf nicht eingeatmet oder aufgenommen werden. Mit einem Baby Till, der gerade die Fortbewegung entdeckt und gern alles in den Mund nimmt… bzw. einfach Staub und Schmutz an den Fingern hat, wird das ganze ernst. Gerad im Kinderzimmer blättert die Türe und nun müssen wir darüber streichen. Das ist die Lösung erster Wahl. Hier wird jedes Kind jährlich mit einem Bluttest auf lead getestet… und bei steigenden Werten, muss man umziehen.

Ich erspare euch Details…aber ich bin eben zerrissen zwischen Sorge und Gelassenheit. Wie erst nehmen? Wie (hysterisch) reagieren? Was hilft wirklich? Vor uns haben hier die letzten Jahre immer Familien gelebt… auch der Vermieter selbst mit seinem Sohn…aber im Krabbel-alter? Till ist einfach genau im blöden Entdecker- und Lutschalter. Warum heute nicht in den Türrahmen beißen? Oder die spannende Farbe abpiddeln… aufheben?

Krabbeln??? Oh nein! Eine Woche stand es auf der Kippe… nun hat tatsächlich der uns bekannte Poschieber gewonnen und so schiebt, hüpft, bewegt er sich nun sitzend durch die Wohnung. Till sitzt gern an der gläsernen Eingangstür und patscht gegen die Scheiben… und am Liebsten nähert es sich seinen Schwestern und löst „Hilfe der Tilli kommt“…“Mama, der Till“ -Schreie aus!

Es gibt so viel zu berichten…ich hab schon ein Themenliste… aber für heut ist Schluss. Nur so viel noch. Wir haben eine sehr nette Berliner Familie kennengelernt. Friederike (Fee) ist eine Kollegin von Elias und wird von unseren Mädchen vergöttert… ihre dreijährige Tochter Hedda wiederum himmelt die großen Jeronmädchen an. Gemeinsam waren wir schon am singing beach (ein traumhafter Strand und gut mit dem Zug zu erreichen) und treffen uns zufällig auf Spielplätzen! Sie wohnen nicht weit. Auch zur Schulanfangsparty waren die drei (mit Papa Matthias) zu Dampfnudeln und Chips bei uns eingeladen. Das fühlt sich schon richtig vertraut an.
Hier noch am Strand:

Wir grüßen euch von Herzen und freuen uns so sehr über eure interessierte und stützende Begleitung! Gut um euch zu wissen in der Heimat!

Die Kiste ist da!

Leicht demoliert aber Dank meiner Klebeband-Großzügigkeit selbst um Ecken und Kanten ist sie komplett… Sie wurde nicht einmal vom Zoll geöffnet. Nur der Paketlieferant wollte wissen, was drin ist… bei dem Gewicht! Immerhin 29Kilo!
Sie wurde mit fröhlichem Straßentanz und Jubelgeschrei empfangen.
Seither sitz Till wieder im guten alten Holz Trip Trap und das Plastik-Stuhl-Monster ist verbannt.


In der Kiste- gut unter Helmen, Winterjacken und Mützen versteckt ist auch unser Follow me angereist. Damit kann Nora mit ihrem croozer- Mountainbike hinter mein Rad geschnallt werden und „mitradeln“- auch ohne bisher selbst eigenständig fahren zu können.

Und so könnt ihr euch das dann vorstellen:

vorneweg: Fritzi
(mal motiviert flitzend, dann wieder von akuter Schwäche und Unlust gepackt, bei jedem Tritt schnaufend. Alle 100 Meter juckt es sie irgendwo, Haare stören im Gesicht oder etwas ist ins Auge geflogen… –> alle halten an)

dahinter: Elias (er kennt den Weg- bzw. hat das Handy griffbereit) mit Till im Anhänger
(Elias meist irgendwelche Ermahnungen, Motivationen oder Tips an Fritzi aussprechend)
(Till schlafend oder mit dem Schlüssel spielend.. auch mal schimpfend. Von meinem neuen Rosenstrauch hat er mind. 25 Blätter gerupft… wer stellt den auch neben ihn??)
(der Anhänger selbst mit orangener Warnweste und Fahne geschmückt)

stolze Radlerin

und hintendrein: Judith mit Nora im follow-me
(Judith nach vorne und hinten gleichermaßen motivierend oder singend oder ausrufend oder drohend oder frohlockend oder oder…)
(Nora ganz hinten: entweder träumend- dann vergisst sie zu treten… manchmal bremst sie gar aus Versehen mit dem Rücktritt… oder sie bringt hochmotoviert mit wilden Tritten unser Tandem zum Schwanken).

lieblich, was?
So gehen wir jedenfalls einkaufen .

Auch zwei wirklich schöne Fahhradtouren liegen hinter uns. Das ist einfach mein Fortbewegungsmittel erster Wahl! Freiheit und Geschwindigkeit…also Strecke machen und Abwechslung erleben. Und ja, es geht hier mit dem Zweirad! Besser als in Wiesbaden (eine Kunst?)

Diese Stadt radelt… also, wenn sie nicht gerade joggt! Himmel, so viel sportliche (schöne ) Menschen! Auch Volleyball am Strand oder Frauen- Fußball auf einem der zahllosen Sportplätzen auf unseren Erkundungstouren.
Auf dem Radweg nach Lexington haben uns Motivations-sprüche auf dem Asphalt begleitet „your pants look great today“ „cool like you´re running“ „ silence between songs“ „listen your steps on the asphalt“ aber auch etwas moralische Weisheiten„ It is not Tour de france“ „slow down“ „do not hassle slower passersby“ „please ring the bell or sing a song when you overhaul“
Und so haben auch die meisten sportlichen Menschen, die unsere kleine Fahrradkarawane überholten in Dauerschleife „ I´m on your left-on your left- on your left“ von sich gegeben.


Auch die Ampeln sprechen hier mit einem. „wait“… „wait“ wenn man das Knöpfchen drückt und noch nicht laufen darf…. Das motiviert natürlich zum Dauerdrücken und sich die Zeit vertreiben (und gern auch zum Streiten um das Knöpfchen), bis dann die Ampel umspringt: Das weiße (unser Grün) Menschlein leuchtet nur kurz und dann zählt es die Sekunden runter…. Das löst eigentlich bei jedem Ampelgang ein kleines Wettrennen aus- zumindest ist das bei unseren Kindern so.

Wer kann das bitte der Wiesbadener Stadtverordneten Versammlung vorlegen???

Autos halten tatsächlich vor jedem Zebrastreifen und zwar mit etwa fünf Metern Abstand. So fühlt man sich als Fußgänger und Radler tatsächlich sehr gesehen und nicht bedrängt.

Wir haben weiter unser Viertel erkundet. Von uns südlich Richtung Charles River wird es immer prunkvoller, grüner und die Villen und Anwesen verbreiten ein akademisches und erhabenes Ambiente. Hier leben wohl die Professoren.
Tolle Gärten und sooo hohe Bäume!
Von uns einmal nordöstlich über die Gleise der Regionalbahn beginnt Somerville, ein neuer Stadtteil. Das Publikum auf den Spielplätzen ändert sich… viel hipper, jünger. Auch die Häuser stehen zwar noch als Einzelhäuser in der Straße… immer noch in dem schönen Stil aus Holz und mit schönen bunten Farben gestrichen, aber oft etwas am abblätten. Sicher hat auch hier jeder eine Krankenversicherung und ein gedecktes Konto… vermutlich sogar einen Job am MIT oder einer anderen Uni in der Stadt… aber die Häuser wirken eher wie Reihenhäuser, die Bäume sind zarter. Alles eben lichter. Plötzlich fallen die chaotischen Kabelführungen durch die Straßen auf… Daneben ein Secondhandladen und ein workspace, ein Cafe…. Am Sonntag testen wir mal den Flohmarkt im hippen Teil!

Und doch scheint es, dass wir gerade mit Kindergarten und der Schule bei uns (im Spießer-cambridge) ein so großes Los gezogen haben!
Letzte Woche wurde von Eltern des Kindergartens zu einem Spielplatztreffen eingeladen. Etwa acht Familien waren da und wir konnten uns etwas beschnuppern. Ich hab versucht mit Gummitwist den Kids sprachliche Hürden zu nehmen… hatte zeitweise auch sicher sechs/sieben Kinder hüpfen… weit- und hochspringen… aber die Meinen haben sich schnell wieder verabschiedet und sich zurückgezogen in ihr Dauer Mutter- -Kind -Spiel. Manchmal ist es eben Fluch und Segen, dass sie sich gegenseitig haben. In unserem Alltag aber ist es einfach schön für sie.
Die sprachlichen Blockaden die ich von mir so kenne und in Deutschland mit meinem Popel-englisch erlebe, sind hier meistens weg… ich muss einfach. Und irgendwie geht es ja auch. Das ist gut und macht mich stolz. Leider sind deshalb noch nicht mehr englische Wörter in meinem Kopf und ich ärger mich über meine Beschränktheit und mein Unwissen. Was würd ich gern selbst erzählen und nicht immer nur lächeln und Phrasen einwerfen… Ich wär eben gern ich.
Gerade im Gespräch mit einer Hebamme- die mir auf dem Spielplatz vorgestellt wurde, hätte ich so gern besser sprechen können. Was sie mir aus dem System hier erzählte…uiuiui… da können wir ganz still werden. Als Arbeitnehmerin hat sie schwanger weiterarbeiten müssen… bis zur Geburt. Noch mit eigenem Blasensprung die Schicht beendet …drei Monate nach der Geburt ging’s auch gleich weiter.
Die Frauen können wohl im Krankenhaus zwischen Hebammenbetreuung und Artzbegleitung wählen… ganz verstanden hab ich nicht alles. Nur über unsere 30% Kaiserschnitte war sie schockiert… Immerhin hab ich nun eine erste amerikanische Telefonnummer in meinem Handy eingespeichert!!

Nächsten Dienstag geht auch bei uns der Ernst des Alltags los. Es war schön, dass wir eine so gemütliche Ankommzeit hatten… fühlt sich bisher eher etwas wie Urlaub an. Am dritten September dann aber : Fritzis erster Schultag. Gleich von acht bis drei. Da blutet etwas das Mama Herz… aber das darf es nicht so zeigen. Ich versuche mich in Vertrauen. Das machen die Kinder schon. Aber es ist schon lang, ganz allein und ohne die Möglichkeit der Kommunikation.
Nora hat es da etwas leichter. Nur drei Stunden ist sie täglich im Kindergarten und wir kennen mittlerweile Raum und Erzieherinnen. https://www.cambridgenurseryschool.org/staff.html
Nancy und Candice waren heut für ne halbe Stunde da. Nancy erinnert mich an Leyla aus unserem Kindergarten in Wiesbaden- ein liebevoller Oma-Typ. Sehr ruhig und herzlich. Candice hatte etwas mehr Norakontakt… beim gemeinsamen Domino und memoryspiel, hat Norali sie mit langem, vorsichtigen Zeigefinger mehrmals angetippt und an´s Weiterspielen erinnert.


Aber auch bei Fritzi gibt es am Donnerstag noch einen Tag der offenen Tür… Hoffentlich wird es dann auch für sie greifbarer. Heute haben wir schon Schultüten gebastelt!

Bis dahin erledigen wir step by step täglich irgendeine Bürokratie… eröffnen Bankkontos, machen Besorgungen- neuste Errungenschaft: ein Sodastream! Damit der Berg der Plastikflaschen eingedämmt wird und die Kids trotzdem sparkling water trinken können!

Beim family doctor sind wir registriert… und diese auch Kooperationspartnerin unserer Versicherung…für Schul- und Kindergartenuntersuchung zwar erst im November ein Termin bekommen…aber die Behörden lassen unsere Kinder hoffentlich so lang im System mitmachen. Und Formulare auszufüllen gibt es bis dahin eh noch genügende … das macht Elias gerade abends oder morgens oder eben zwischendurch am Handy… (manchmal allerdings tut er auch nur so und daddelt damit rum!). Ich freu mich, wenn das Organisieren wieder aus unserem Alltag verschwindet.

Wie es mir mit allem geht? So ganz richtig Zeit zum Fühlen und mich finden ist es nicht. Alles läuft rund und gut. Ist eben neu und spannend. Und die Stadt und die Menschen machen es uns leicht. Das Wetter eine Pracht! Ein so schöner Spätsommer, der uns begleitet. Warm, aber nicht heiß!
Wir schlafen mit offenen Fenstern! Es kühlt ab und tagsüber das Kleid mal mit und mal ohne Leggins… letztlich abhängig, ob wir wieder auf einen Wasserspielplatz getroffen sind….und irgendein Kleiderstück trockned am Kinderwagen hängt.
Seht selbst: Nora auf dem Weg zu unserem Kietzspielplatz… die playgrounds sind toll ausgestattet: Sonnencremespendern, Wasserfontänen, Trinkbrunnen

Genug der Worte für die zweite Woche. Noch mehr Bildereindrücke: Foodtrucks auf dem Harvardcampus und Hochhäuser und Hafen downtown (Nora: „wo ist hier die tamara?“).
Starke Redlerinnen, Vormittagsspiel auf dem Balkon, Till sabbotiert mein Pflanzvorhaben und ißt stattdessen die Erde aus dem Topf, die U-Bahn von unten…

Beste Grüße von einer meist fröhlichen Sippe!

Hallo ihr da drüben- sechs Stunden vor uns!

Ja, der Anfang ist genommen und wir sind tatsächlich im Land der „unbegrenzten Möglichkeiten“ angekommen.
Der Flug war tatsächlich -dank medialer Unterstützung in Ordnung und schon fast kurzweilig… für uns Eltern wohl anstrengender, als für die Kinder. Till saß keine halbe Stunde in seinem Sitz… dafür später zur Landung Nora (–> Wutanfall bei Fritzi). Schon eine Kunst mit Baby auf dem Schoß, dem Kind neben sich beim Essensauspacken helfen, ohne selbst alles vom Tisch zu wischen oder gar das gesamte Tablett zu versenken.
Dank der Kinder und des sperrigen Doppel-Fahrradanhängers wurden wir bei der Einreise dann aber zu den Diplomaten geschleust und hatten tatsächlich einen lächelnden Grenzbeamten. Nur ein Gepäckstück wollte länger reisen und kam dann zwei Tage später privat mit dem Taxi zur Tür vorgefahren…

Die ersten Tage waren lang! Der Jet lag ließ uns ab zwei Uhr morgens im Wohnzimmer lego aufbauen… eigentlich eine schöne Stimmung…aufgeregt und vorfreudig auf das erste Licht und die Erkundung der Nachbarschaft wartend.
Nun haben wir uns Tag für Tag über halb vier- halb fünf- auf sagenumwobene sechs Uhr gehangelt.
Und spürbar kommt die Kraft und ich schaffe es erstmals an den PC und schlafe nicht mit den Kindern ein.
Die Wohnung ist wirklich schön…zwei kleine Zimmer und dazu der klassisch amerikanische Schnitt Küche-DiningRoom- LivingRoom…. Mit einem Balkon, den ich die nächsten Tage mal bepflanzen will.
Die ersten beiden Tage hab ich tütenweise Ramsch weggeschmissen- alte Lebensmittel und Spielzeugberge, die in Chaoskisten in den Regalen standen… (Die Wohnung ist zum dritten Mal für 1 Jahr vermietet…). Bei meiner Räumaktion haben wir aber auch ein paar Wunderbarkeiten gefunden: weinende Puppen, singende Puzzles, Glitzerstifte, Verkleidung und und und… nach diesem großem Putzbedürfnis legt sich der schwere, klebrige Geruch und es wird wirklich unsere Wohnung. Es hängen schon die ersten Kunstwerke an der Wand, Fotos und Erinnerungsbücher dazu… wir kennen die besten Verstecke und sitzen beim Frühstück auf Hochstühlen am Küchentresen.
Nur Tassen fehlen uns noch… und damit meine ich nicht die Halb-liter-Humpen, die gibt es hier. Aber aus denen trink ich nicht so gern. Luxusproblem!


Cambridge ist unglaublich schön. Vor allem so grün. In unserer Nachbarschaft haben alle Häuser Gärten. Die Häuser sind alle bunt angestrichen und aus Holz… mal etwas verkommen, abgeblättert mal sehr fein… an jedem Haus surrt die Klimaanlage. Die Gärten sind zum Teil wunderbar wild und blühend, dann wieder schlossähnlich angelegt… dazwischen so hohe Bäume, die eine Ahnung von der wilden Flora und Fauna geben, die hier sicher mal war. Es gibt unglaublich viele Parks und so viele großzügige und schöne Spielplätze. Wir geben den nächsten Boston-guide playgrounds raus.
Besonders: Wasserspielplätze! Wir ziehen nur noch mit Ersatzkleidern los…immer ein nasser Rock am Kinderwagen trocknend. Auch Till sitzt beglückt im sprudelnden Nass…und mir bleibt dann nix anderes übrig als daneben zu stehen…aber bei der Wärme auch angenehm. Überall Trinkbrunnen und an allen großen Straßen abgegrenzte und gut markierte Fahrradwege- man staune! Und ja, die Leute in Cambridge radeln- zumindest auch. Neben dir brettern dann halt dicke SUV`s oder gleich fette Trucks- die es doch eigentlich nur in Filmen zu geben scheint. Wir staunen ihnen immer noch mit offenem Mund nach. Genau wie der Feuerwehr, der Polizei oder den Krankenwagen… deren Sirenen uns erfreuen.

Seit heute haben wir alle Räder! Und so sind wir gleich um den nahe gelegenen See geradelt. Oh diese Freiheit! Dies ist zwar kein Badesee, sondern Trinkwasserspeicher…aber die Natur darum eine Pracht und Erholung. Weitere Seen dahinter haben wohl auch Strände… das finden wir noch raus.

Am Meeresstrand waren wir vorgestern- mit der U-Bahn! Die Bahnhöfe sind so heiß, die Bahn dagegen kühlklimatisiert…klappert und rostet, brüllt und wackelt…bringt einen aber direkt an den Atlantik!
Handgroße Muscheln und weicher Sand zum Bauen! Für einen Stadtstrand echt leer und wir sind sandbestreut und sonnengebräunt zurückgekommen.

Elias hat sich an der Uni registriert. Weitere Papierkram steht noch aus… sein Büro darf er erst Anfang September beziehen und auch die Schule geht am 3.9. los. So haben wir noch etwas gemeinsame Ankomm- Urlaubszeit. Der Harvard-Campus ist einladend und schön. Auf den Wiesen stehen bunte Stühle kreuz und quer, die zum setzen und aufhalten einladen. Fritzi hat heute ihren Sprachtest gemacht und wurde -surprise!- als english-beginner definiert und somit sind wir noch in die eigentlich volle und geschlossene Grundschule geschlüpft, die bei uns um die Ecke liegt (failed with success).
Auch Noras Kindergarten durften wir schon besuchen und wurden von der Leitung durch die beiden Räume geführt. Heimelig, klein und fröhlich chaotisch kommt er mir vor. Die Orga ist ansonsten Top…wir haben schon Elterndienste zugewiesen bekommen (wir sind die schneeschipper und Laubkehrer!- das kehren kenn ich ja von meiner Blü17 Hofpatenschaft!) und gemeinsame Kennlerntage werden organisiert.  Nächste Tage bekommen wir einen Hausbesuch von den Erzieherinnen, damit sie Nora kennen lernen. Wahnsinn…nun ja, dafür zahlen wir ja auch gutes Geld.
Nora hat gesagt „hier bleibe ich für immer und ewig“…

Wir warten sehnlichst auf die Kiste mit unserem TripTrap

Ja, dieses Land ist skurril und spannend.
Das Einkaufen bisher noch eine innere Zerreißprobe…Plastikwahnsinn und Preise, die mich auf ein Jahr trocken Brot mit Haferflocken blicken lassen (Butter für 8$!!!).
Aber es soll farmer markets geben und wir werden noch bessere Möglichkeiten finden.
Und sooooo schlimm ist es ja gar nicht…auf der Milchflasche steht immerhin, dass die Packung Milch enthält! Und auch unser Wasser ist
calorie free
sweetener free
caffeine free

hat noch nicht einmal Fett! Also, was haben wir doch für komische Vorurteile in unserem Kopf!

Die Kinder machen das echt gut. Verbalisieren beide ihre Vorfreude, ihren Neid, ihre Sehnsucht und Ängste… So lange sie das alles so gut spüren und ausdrücken können, bin ich entspannt und kann sie gut begleiten. Ich staune eher darüber, wie selbstverständlich und offen sie sich auf alles einlassen.
Bisher sind wir ständig zu fünft unterwegs…außer ein paar Einkäufen und Behördengängen von Elias… Das ist schön. Aber eben auch anstrengend. Mir bleibt kaum eine Minute- ohne Kinder am Ärmel… und die sind eben nicht immer harmonisch und friedlich. So schimpfe ich mehr als ich will… angetrieben durch meine eigenen Ungeduld und den Drang mal an den PC zu kommen, euch zu schreiben, mal Englisch zu lernen oder zu sprechen… aber das Jahr ist ja noch lang und die Kontakte kommen schon.
Till ist weiter eine Wonne. Ich hab ihm etwas die Haare geschnitten und jetzt schaut er frecher und jungenhafter aus. Er beginnt sich zu bewegen, zu robben…spielt auch mal für sich…aber am Liebsten ist er einfach an uns… auch das müßig.
Eben stand unsere kleine Nachbarin vor der Tür… Aria, vier Jahre alt. Sie war nun eine Woche mit ihren Eltern in Mexiko. Morgen geht’s noch zu Freunden nach Ohio…. So macht man das hier.
Die Kinder haben sich auf eine nette Art beschnuppert…gekichert und schon heimlich Süßigkeiten genascht… das kann also nett werden.
Für heut ist Schluss…auch wenn ich noch so viele Details zu berichten hab… bald mehr!

Ihr findet uns auch bei dem Messenger Dienst SIGNAL!!! kommt dazu!
Elias Judith Fritzi Nora Till