
Halloween war tatsächlich schön. Ich hatte ja eine Ramsch- und Billigsüßigkeitenschleuder erwartet… Ganz versteh ich den Sinn von Trick or Treat (Süßes, sonst gibt’s Saures) ja immer noch nicht. Aber ich fand den Abend tatsächlich spannend. Mit Nina (die leider mittlerweile wieder in Deutschland ist und uns wirklich sehr fehlt) sind die drei Mädchen richtig mutig zu den Türen gestapft. Und bei manchen Häusern mit Vorgarten, Veranda… ganz alleine die Stufen hoch, Klingel suchen und warten… Das ist schon anders, als in Wiesbaden mal durch die Blü17 ziehen und alle Nasen zu kennen. Mama ich hab auch „trick or treat- Thank you und happy Halloween gesagt“ Wohl manchmal auch in anderer Reihenfolge. Aber sie haben sich tatsächlich über jeden einzelnen Riegel, Lolli oder Candy gefreut. So stolz kamen sie immer (mit einer!!!) neuen Süßigkeit zurück. Irgendwie schön wenn man plötzlich viele Nachbarn mal zu Gesicht bekommt und sieht, wer in den riesigen Häusern so wohnt. Ich empfand es tatsächlich eher als ein Nachbarschaftsfest. Andere Kindergruppen auf der Straße und manche Häuser waren toll geschmückt bzw. war einfach alles dabei: von toller Kunst, über seltsame Geschmacksverirrungen und übertriebenen Ramsch, bis hin zu sehr schön geschnitzten Kürbissen und Herbstdekoration.
Eine bestimmte Straße in der Gegend war gesperrt und hatte sich in ein buntes Straßenfest verwandelt. Alle Häuser wurden zu einem Thema (diesmal: Zeitreise) dekoriert und wirklich alle waren verkleidet und haben zu einer fröhlichen Band getanzt. Vor den Häusern dort, saßen verkleidete Hausbewohner und haben die Süßigkeiten aus dem Topf verteilt. Aber immer nur einzeln und tatsächlich auch die leckeren Dinge, guter Qualität.
Unser Süßigkeiten Korb ist seither gut gefüllt… und wir picken uns jeden Tag einen Nachtisch raus.







Neu war mir, dass alle Verkleidungen möglich sind. Also nicht nur Hexen und Draculas, Skelette etc.. es war eher ein Karneval und jeder Kölner und Mainzer hätte sich wohl gefühlt. Das hat Fritzi dann auch dazu gebracht, sich noch in letzter Minute von Hexe in „schöne Frau“ verwandeln zu wollen… natürlich gerade da, als sie Nora in ihrem pinken „flamingo-Kleid“ mit schönem Haarschmuck gesehen hat. Also Spinne wieder abgeschminkt und Lippenstift aufgetragen…
Mein Kostüm allerdings wurde nicht erkannt… und dabei fand ich mich als Hexe mit vielen Röcken, Kopftuch und Besen so eindeutig. Aber ich war eben eher eine Kräuterhexe und nicht die hiesige Hexe mit spitzem Hut… So wurden die Kinder für ihre Kostüme bestaunt und ich habe die Fragen aufgeworfen… Also doch immer wieder kleine Unterschiede der Kulturen.
Wir haben die letzten Wochen ja weiter eifrig Geburtstage
gefeiert. Salome ist unsere Meisterkuchenbäckerin. mhh delicios! Die
Kinder sagen mittlerweile: yummy
Oh Salome, du fehlst uns schon jetzt so sehr- und dabei hast du noch nicht mal
europäischen Boden unter den Füßen!
Der Geschenketisch an Noras Geburtstag war sogar hier in der Ferne reichlich gefüllt, obwohl wir Eltern kein eigenes Geschenk hatten… (wohl wissend, um die Kisten, Päckchen und Auftragsbesorgungen die wir getätigt hatten). So entdecken wir noch nach zwei Wochen ungelesene Bücher und freuen uns neu.




Das absolute Rennen hat ein pinkes Spielzelt einer Kindergartenfreundin gemacht. Darin sitzen alle drei Kinder so gern. Allein, zu zweit oder zu dritt. Till spielt verstecken… guckt dann frech grinsend zum Fenster raus. Manchmal fällt er auch mit dem ganzen Zelt um. Nora und Fritzi sind versonnen darin Mütter -mit all unserem Bettzeug und ihren Puppen… gerade spielen sie echt sooo schön. Selbst mal zu dritt mit Till.
Alle der Familie lieben wir auch die neuen Magnetsteine, mit denen man drei- oder zweidimensional tolle Burgen bauen kann… da sie auch von Till geliebt werden und recht instabil sind, herrscht hier dann etwas panische Verteidigungsstimmung… die Burg wird mit einer echten Stühle-Tisch und -Sofa Festung geschützt… der Angreifer gibt sein Bestes und ist entweder erfolgreich oder zornig…egal wie… einer schreit.




An Noras Geburtstag haben wir Schneefrauen-(Mumien) mit Klopapier gewickelt, aus Goldpapier Lichter geprickelt und ein buntes Krepppapier-Mobile im Baum vor unserem Haus gehängt… so haben wir gleich die neue Jahreszeit begrüßt… Richtig kalt ist es geworden. Uhhh wuhhh… welch kalter Nordwind. Nun muss ich wohl schnell meinen lieblings-used-store aufsuchen und Skihose, Schuhe, Mützen shoppen… Und was nicht zu finden ist, wird dann eben am black-friday gekauft (Rabatt!!!)- ja, so macht man das hier!

Fritzi, Nina und Nora
Ich war am Tag nach dem Kälteeinbruch Elternhelferin im Kindergarten und es war ein absolutes Chaos, die Kinder für den Garten fertig zu machen. die ersten schmolzen in den warmen Sachen, da haben sich anderen noch um die richtigen Schuhe gestritten oder sich ganz verweigert… uff 15 Dreijährige anziehen ist Koordinationsarbeit. Nora ist ja in ihrer Caterpillargruppe die Älteste und das merkt man dann eben gerade beim Anziehen etc. Genau um ihre Selbständigkeit wird sie auch so bewundert. Zwei Jungs schauen wohl zu ihr auf (so berichten die Väter) und wären gern mit ihr befreundet. Nora bleibt aber (sicher auch wegen der Sprache) etwas in ihrer eigenen Parallelwelt und weist die Verehrer zurück.
Ich finde die Angebote der Erzieherinnen nach wie vor so liebevoll und schön, aber viel zu viel. Die Hälfte würde locker reichen und die Kinder einfach mal bei etwas lassen, bzw. alleine spielen lassen. Der Raum ist das absolute Spielparadies und birgt so wunderbare Dinge… Aber heute die Kiste mit den Tieren, morgen die Spielhandys und Tastaturen, die Kiste Autos…würde so reichen. Es gibt den Garten und einen Snack, davor einen Morgenkreis mit Liedern oder Gespräch, alle Kids einmal Händewaschen, Pipi machen. Daneben die Bastelangebot, das Hämmern mit Nägeln, die Puppenecke, Eine Küche, Bücher die vorgelesen werden… zudem kommt manchmal ein Musiker, es gibt Yoga… gerade stecken alle im Dinosaurierprojekt. Das alles in drei Stunden. … dazwischen werden Fotos gemacht, die wir dann mit dem Wochenbericht bekommen. Krasse Elternarbeit eben. Ob es das aber immer braucht? Kostet ja auch so viel Zeit und Energie.
Auch von Fritzis Schule kam gestern die mail, dass wir doch unsere Kinder zum Kälteeinbruch bitte passend anziehen sollen… und gleich mit dem Angebot zu helfen, falls noch Fragen bestehen. Dabei gab es Kleiderausgaben in den letzten Wochen. Überhaupt kommen sicher zwei mails pro Woche. Updates, Termine, Angebote in Cambridge, Hinweise zu Halloween, Ausflügen…etc. und alles auch nochmal schriftlich in der Elternmappe.
Nächste Woche sind wir zum Klassenfrühstück geladen… damit die Kinder uns zeigen können „wie hart sie gearbeitet haben und was sie gerade so machen“. Elias durfte die Klasse ins Museum begleiten und kam so stolz zurück. Fritzi hat sich getraut, Fragen zu Vögeln und ihren Federn zu beantworten: „with feders not so cold“ hat sie gesagt. Ja, wir sind staunende und stolze Eltern. Vor allem erleichtert, dass es allen drei Kindern so gut geht.
In Schule und Kindergarten haben wir nächste Woche das Semester-Elterngespräch. Ich freu mich drauf… und bin so gespannt. Sie gehen ja beide gern und ich glaube auch wirklich, es geht ihnen gut. Allerdings haben beide eben auch keine richtige Freundin. Gerade Fritzi formuliert das genauso.

Sie beginnt zu lesen… wirklich fies und verwirrend, wenn man mit zwei Sprachen konfrontiert ist. Ist das jetzt ein deutsches E oder ein englisches? Aber Kinder sind ja so schlau… Sie schreibt uns kleine Botschaften und Briefe. Da geht einem doch einfach das Herz auf, oder?

Hinter uns liegt die erste Erkältungswelle. Pfui. Macht einfach alles mit hustenden Rotznasen nicht so viel Spaß. Gerade wenn einem selbst der Kopf dröhnt und Elias kämpft dann gleich mit Nebenhöhlen/Stirnhöhlenschmerzen. Till rotzt, Fritzi hustet und Nora hatte zwei Nächte Ohrenschmerzen. Nun besitzen wir eine Rotlichtlampe und schlucken Globuli und selbstgemixten onion-honey-Hustensaft.. und trinken, trinken, trinken.
Wir sind nicht mehr ganz so unternehmungslustig… die Wochenenden und Nachmittage sind entschleunigt. Eben passend zur Jahreszeit. Der goldene Indian Summer ist vorbei und es weht ein kalter Wind. Heute sind Schneeflocken gefallen. So basteln wir Fensterschmuck, Steckenpferde und Laternen, backen, spielen, malen…was uns eben gerade so einfällt. Die Mädchen verkleiden sich gern und wir bekommen die schönsten Tanzvorführungen zu Ballettmusik aus Elias Handy. Fritzi mit geschlossenen Augen, dahingleitend, feenhaft. Sie spürt erst den Rhythmus und lässt sich dann tragen. Woher sie all die Bewegungen und Figuren hat? Am liebsten tanzt sie vor der spiegelnden Fensterscheibe … also auch für sich selbst. Nora beobachtet, imitiert und gibt dem ganzen Feuer…das feenhafte weicht dann etwas der zu schwungvollen Drehung… oder einfach gleich rennen, springen und laufen? Am besten um Till herum. Der dreht sich dann Nora hinterher, auf dem Po schiebend und schneller und schneller um die eigene Achse… auch er schließt die Augen, bis ihm eindeutig schwindelig ist. Nach jedem Lied klatscht er sofort begeistert in die Hände und motiviert auch das Publikum zum Applaus.
Das sind Momente die man gern für immer in sich tragen möchte.



Till steht frei und übt unermüdlich die Schritte. An den Händen geht es problemlos… sogar unter Führung der etwas zu schnellen und rigiden Schwestern. Ganz frei schafft er etwa einen Meter und stürzt sich dann erleichtert in unsere Arme und umschlingt den Hals. Er wird so groß. Ein langer, zarter Bub, mit dem schönsten neckischem Lächeln. Er pustet Kerzen aus, versteckt sich und spielt hinter den Händen oder im Schrank guck-guck-da…Er verliert einfach immer mehr das babyhafte. „Mama“ und „nein-nein nein“ sind deutlich zu verstehen. Wobei letzteres oft eher ein Spiel ist, das Verbotene gerade erst recht zu tun… also mit „nein-nein -nein“ und erhobenem Zeigefinger… dann die Nudel ins Glas oder einfach auf den Boden pfeffern… mit dem Holzauto gegen die Scheibe klopfen oder das Klo untersuchen..

Ich durfte Eva (die Journalistin und neue Freundin) zu einer Veranstaltung im MIT begleiten und eine professinelle Comedian bestaunen. Himmel, war die gut! Was hab ich gelacht… bis zum Seitenstechen. Tig Notaro. Eine Empfehlung… wenn es auch bei euch mal gemütliche, herbstliche Stunden vorm PC gibt.
Hier noch Bilder eines Samstagausfluges mit Eva und ihren drei Kindern und einem Salome-Spaziergang (die zehnjährige Johanna wird so bewundert).








Einen warmen Gruß durch die kalte Luft!
Judith



















































































































































































































































