


Unser Alltag läuft gerade so vor sich hin und es gibt nicht viel Neues zu berichten. Fritzi beginnt tatsächlich immer mehr englisch zu sprechen und gerade malt sie wunderschön und sehr motiviert. Ein Dankesbild für die freundliche Schülerlotsin. Das war ein Teil der Oktoberhausaufgaben. Wir bekommen für jeden Monat eine Liste an Hausaufgaben-Ideen, die wir freiwillig erledigen können. Für 20min vorlesen/selber lesen darf sie einen Stern ausmalen… das fällt uns ja eh leicht. Weiter haben wir schon Karteikarten gebastelt -auf einer Seite geschrieben, auf der anderen gemalt… (meine cow wurde ausgelacht- not a cat mom!) ich staune wie Fritzi beginnt Buchstaben zusammen zu ziehen und uns kleine Botschaften schreibt. Meist ist etwas Phantasie gefragt… aber laut ausgesprochen, kann man das Wort erraten. Eine andere Aufgabe: Gegenstände suchen, die es fünf mal in der Wohnung gibt und malen und darunter Fünfer schreiben, Blätter pressen, Baum abzeichnen und beschriften etc. aber auch die Aufgabe jemandem eine Freude zu machen… so entstand das Bild für die crossing helper. Aber auch „Mutproben“ sind Hausaufgaben. Setz dich mal beim lunch neben ein Kind, neben dem du noch nie gesessen hast…






Beide Kinder gehen gern in Schule und Kindergarten. Mir fehlt weiter etwas die Zeit zum Innehalten und bin schon ordentlich getacktet. Zwei Vormittage mit Englischkurs gefüllt, freitags kommt Jean- die alte Dame und macht Konversation mit mir… nett, aber eben keine freie Zeit. Till lässt sich nicht wirklich gut abgeben und auch die beiden Mädchen entscheiden sich in letzter Minute meist doch dazu „bei Mama zu bleiben“, obwohl sie manch schöne Angebote hätten. Nora geht ja nur 3h in den Kindergarten, dazwischen schaff ich kaum was. Die Nachmittage im Kindergarten sind aber ausgebucht.
Mich mal treiben lassen, lesen, sporteln, nicht wissen, was der Vormittag bringt… schön wär´s. Aber man munkelt, diese Zeiten kommen wieder. Zudem haben wir gerade reichlich Nora-Kämpfe zu fechten, das macht es anstrengend. Ständig wie eine Schallplatte das Gleiche sagen und trotzdem ignoriert werden… Da wünsch ich mir neue Strategien und mehr Geduld. Mag mich ja selbst nicht so keifend und schimpfend… aber auch ich kann so wütend werden. Uiuiui
Versuche meine Verbote zu überdenken, nicht gar so geräuschempfindlich zu sein… aber ich scheitre: so schleppt und hievt Nora ihren Bruder aufs Sofa… was natürlich untersagt ist. Andererseits werden wir bei der kleinsten Kleinigkeit mit wütenden Tränen und LöwenBrüllen konfrontiert … Manchmal macht es ihr richtig Spaß. Manchmal ist sie selbst so verzweifelt.
Wir machen an den Wochenenden schöne Ausflüge und versuchen einfach mitzunehmen was geht. Der indian summer hier ist in voller Pracht, die Bäume leuchten und es ist einfach wunderbar. Mit unseren Nachbarn und einer anderen Familie waren wir hiken.































Das Wochenende darauf am Meer und einen Tag auf einer Kletterpartie durch eine Schlucht. Till ist ein miserabler Autofahrer, dafür ein geduldiger Rucksack. Von alle dem gibt es schöne Bilder:









Halloween steht vor der Tür und es gibt schier kein Produkt im Supermarkt, welches nicht mit pumpkin spice versehen wurde (also einer Zucker-Zimt-Kardamom…Gewürzmischung, denn wie schmeckt wohl wirklich Kürbis im Kaffee????). Vor den Häusern stehen die leuchtenden Kürbisse und schöne bunte Blumen. Die ersten geschnitzten Kürbisse sind darunter… manche sind echte Kunstwerke. Im Vorgarten gegenüber liegt ein Skelett, auf dem Weg zum Kindergarten laufen wir an einem überdimensioniertem Schädel vorbei, Grabsteine inklusive. Spinnen klettern an den Türen und mancher Busch ist von Staub und Spinnenweben umgarnt. Und natürlich gibt es auch die absoluten skurrilen Übertreibungen: drei Meter lange, aufgeblasene Spinnen, Vorgärten die aussehen, wie in der Geisterbahn…














Wir sind wirklich gespannt auf den 31. Oktober und ziehen natürlich mit einem Kindertrupp durch unsere Straße… Bleibt uns auch nix anderes übrig. Zum Glück haben unsere Vormieter auch Verkleidung und Dekorationsmaterial zurückgelassen. Einen Kürbis haben wir gestern geschnitzt…


Nach einem ausgiebigen (und erfolgreichen) Einkauf in einem
„goodwill“ second hand shop tragen wir vier Frauen karierte Hemden. Nora in
Blautönen, Fritzi in Orange, Salome in zartem Grau und Judith bunt. In der
Umkleide (zu fünft!- vier Frauen und Till) haben wir uns gegenseitig das outfit
mit top/ flop bewertet- es sollte alles schnell gehen!
Zwei Tage später- nachdem Salome ihren Pulli gewechselt hat… fühlten sich die
beiden personal styling Beraterinnen promt berufen, ihre Bewertung
abzugeben. „Der ist schon auch top, aber der andere war besser… also nicht so
floppi“. Salome quitscht vor Lachen.
Noras Liebeserklärung an ihren Vater vor dem Einschlafen: „Du bist der schönste
Mann auf der Welt“ die kleine Einschränkung kommt hinterher „.. wenn du so
schick bist wie heute. Mit weißem Hemd und Klackerschuhen…“.
Ja Klackerschuhe trägt der Elias, wenn er wichtige Meetings
hat und die Prominenz trifft. In seinem Fall sind das bekannte Professoren und
auch europäische Politiker (u.a. Sigmar Gabriel).
Aber auch andere Bekanntheiten treffen wir hier in unserem amerikanischem
Leben. Mein heutiger Blog also auch zur Prominenz!
Wir waren Wandern mit einer bekannten Hollywoodschauspielerin…-zum Glück haben
wir das erst im Nachhinein erfahren- ich bin ja nicht so bewandert auf diesem
Feld (die Hälfte von euch wird nun vor dem PC nicken. Sie heißt Ashley Judd-
hat die me to Kampagne nach Hollywood geholt). Fritzi und Salome durften
sogar in ihrem Auto mitfahren… Unsere Kinder sind aber mehr an der Tochter
ihres Schweizer Freundes interessiert. Die sechsjährige Nina ist eine
Spielplatzbekanntschaft und für uns ein Segen. Sie spielen so wunderbar zu
dritt!
Ich war letzte Woche bei einer netten Veranstaltung am MIT. Eine
Podiumsdisskussion zu Fehlern. Der Hörsaal rammelvoll. Man musste sich online
anmelden, am Einlass wurde dann der QRcode gescannt… MIT eben. Für mich war es
schön Uniluft zu schnuppern, Menschen zu beobachten und einfach abends alleine
Rad durch die Stadt zu fahren.
have you ever felt your productivity and creativity hindered by constant pressure of an environment where „failure is not an option“? A misstep can happen to everyone…
Etwas seltsam, wenn durchweg sehr erfolgreiche Menschen über ihre Fehler berichten… also frei nach dem american dream: es kann dann doch jeder schaffen… du musst nur dran bleiben. Fehler/ Fehlentscheidungen sind menschlich… und voilà… sieh mich an, ich bin nun auch eine Professorin am MIT, zufällig noch mit Nobelpreis … oder bin ein Weltbekannter Skater (Rodney Mullen). Ich kam zu der Veranstaltung da ich eine Rednerin kannte (seht, seht). Eine deutsche Journalistin, deren Kinder auf Fritzis Schule gehen. Sie schreibt zu Künstlicher Intelligenz und hat ein Stipendium für ein Jahr.
War´s das schon mit der Prominenz? Ha!
Bei uns um die Ecke wohnt Elisabeth Warren. Und als heute Noras Kindergarten
seinen ersten Ausflug gemacht hat, haben die Erzieherinnen so zum Spaß gesagt probably
we meet the future president of America (welch Gefühl). Das haben wir dann
leider nicht. Nur die frei laufenden Truthähne haben wir gesehen. Wir sind ja
auch nur einmal um den Block. Diese Truthähne sind wirklich lustig. Manchmal schlendern
sie in einer Großgruppe über die Straße und die Autos warten geduldig. Sie
stolzieren hier durch die großen Vorgärten. Ob sie nach Thanksgiving noch
vollzählig sind? Im Frühling soll man sich ihnen nicht nähern, dann greifen sie
wohl auch mal an. So waren die Erzieherinnen heute sehr um die Sicherheit der
Zöglinge besorgt und der ganze Kindertrupp musste warten, bis die drei Vögel
die Straßenseite gewechselt hatten. Alle Kinder laufen an einem Seil mit
Schlaufen für die Hände… wehe ein Kind hält an, hebt ein Blatt auf… es gibt
100%ig ein Auflaufen und Stolpern… Bzw. hatte Candice- sie lief dem Trupp
voraus rote Einschnürungen an den Händen, da sich alle Kids ordentlich ins Seil
gehängt haben… und 14 Kinder an der Leine ziehen ??? da weiß man, was man geschafft
hat – ich war parent helper und durfte das große Ereignis begleiten und
fotografieren, Zweige aus dem Weg halten und die Überholer wieder in die Spur
bringen… lustiges Konzept der Fortbewegung. Wie das wohl bei 14 Erwachsenen
funktionieren würde?



Da wir Ms. Warren nicht auf der Straße getroffen haben, hoffe ich, dass sie irgendwann mal klingelt und uns zur Wahlkampfparty einläd. Allerdings sind wir ja nicht wahlberechtigt und unsere Klingel funktioniert gerade auch nicht. Also eher unwahrscheinlich.
Immerhin waren alle Kollegen von Elias letzte Woche mal hier… Party ohne Wahlkampf.
Ihr seid so weit weg und dann plötzlich immer wieder einzeln so nah. In so verschiedenen Leben, in denen ihr gerade steckt. Menschen willkommen heißend und verabschiedend, Geburtstage feiernd und und und… Hier brennt nun abends eine Kerze und es gehen so viele Gedanken auf die Reise.
Eure Judith


